Abnehmen trotz Stress - Ein Denkfehler, den viele machen.
- Maurizio Gallucci

- 20. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Ein großer Denkfehler, den ich beim Abnehmen immer wieder sehe: Du willst schneller vorwärtskommen, also trainierst Du härter. Verständlich.
Nur: Wenn Dein Alltag sowieso schon voll ist (Job, Termine, wenig Schlaf, mentaler Druck), dann ist „noch mehr Gas“ oft genau das, was Dich beim Abnehmen ausbremst.

Woran Du es merkst:
Typische Signale, wenn Training + Alltagsstress zusammen „zu viel“ werden:
Der Fettabbau stagniert, besonders an Bauch und Beinen
Deine Muskeln fühlen sich ständig müde oder irgendwie „leer“ an
Abends kommt der Hunger wie eine Welle, oft inklusive Heisshunger
Schlaf wird leichter / unruhiger
Du fühlst Dich innerlich getrieben, obwohl Du „alles richtig machst“
Und jetzt wird’s spannend: Das hat weniger mit Disziplin zu tun, sondern sehr oft mit der falschen Mischung Deiner Trainingsintensität.
Dein Körper hat zwei Energiesysteme (und beide sind wichtig) wenn Du trotz Stress abnehmen möchtest.
Damit Du das Ganze wirklich verstehst, machen wir’s simpel:
1) Aerob = mit Sauerstoff (ruhiger Bereich)
Aerobes Training ist niedrig bis moderat intensiv. So, dass Du noch in ganzen Sätzen reden könntest.Viele unterschätzen genau diesen Bereich – dabei ist er für Fettabbau trotz Stress ein echter Gamechanger.
Was aerobes Training im Körper verbessert:
Mehr Aktivität in den Mitochondrien (Deine „Energieöfen“)
Bessere Fettoxidation (Fett effizienter nutzen)
Mehr parasympathische Erholung (Runterfahren statt Dauer-Alarm)
Stabilerer Cortisol-Haushalt (weniger „Stress-Kaskade“)
Und das Geile daran: Du spürst die Effekte oft nicht während, sondern nach dem Training.Viele meiner Kundinnen berichten zum Beispiel:
weniger Heisshunger am Abend
besserer Schlaf
weniger Wassereinlagerungen
mehr innere Ruhe
wieder „mehr Zugriff“ auf den Körper
Kurz: Aerob hilft Dir, fitter zu werden und gleichzeitig zu regenerieren. Und genau diese Kombi macht Fettabbau wieder möglich, wenn der Alltag schon stresst.
2) Anaerob = ohne Sauerstoff (harter Bereich)
Anaerob ist das, was viele als „richtiges Training“ abstempeln: HIIT, harte Kraftausdauer, Intervalle, „ich geb heute alles“.
Das kann mega sinnvoll sein. Vor allem für:
Leistung pushen
Muskelreiz setzen
Stoffwechsel anstossen
Stress-Toleranz trainieren (ja, auch das kann positiv sein)
Aber: Anaerob ist immer auch ein Stressreiz. Und wenn Dein Stresslevel sowieso schon hoch ist, kann zu viel anaerob genau das auslösen, was Du nicht willst.
Zu viel anaerob + viel Alltagstress kann bedeuten:
mehr Cortisol dauerhaft
schlechtere Regeneration
mehr „cravings“ und Heisshunger
zäher Fettabbau trotz Top-Plan
das Gefühl, dass Du „immer machen musst“, aber es passiert nichts
Die Lösung: Die richtige Dosierung.
Ich arbeite in meinem Personaltraining gerne mit einem Verhältnis, das Fortschritt bringt, ohne Deinen Körper zu zerlegen, damit Abnehmen trotz Stress zum Kinderspiel wird:
✅ Aerob als Basis: Stoffwechsel-Kapazität aufbauen, Erholung fördern, Nervensystem beruhigen
⚡ Anaerob als Impuls: Leistung & Muskelreiz setzen, Spannung aufbauen, aber gezielt und geplant.
Die Kunst ist das Gleichgewicht: Intensität so dosieren, dass Dein Körper besser wird.
Praktische Faustregel für Dich (alltagstauglich)
Wenn Dein Alltag gerade stressig ist (wenig Schlaf, viele Termine, mental voll), dann starte lieber so:
2–4 aerobe Einheiten pro Woche (z.B. Bike, zügiges Gehen, locker joggen)
1–2 anaerobe Einheiten pro Woche (Krafttraining oder Intervalle – kurz & sauber)
Wenn Du hingegen gerade gut schläfst, Dich stabil fühlst und Energie hast, kann anaerob mehr Raum bekommen. Aber nicht als Standard, mehr als Phase.
Mini-Check: Welches Training brauchst Du gerade?
Mehr aerob, wenn Du…
abends Heisshunger hast
schlecht schläfst
Dich innerlich unruhig fühlst
ständig müde Muskeln hast
trotz Training „aufgeschwemmt“ wirkst
Mehr anaerob, wenn Du…
gut regenerierst
stabil schläfst
Dich belastbar fühlst
Leistung/Bodyshape pushen willst
Deine Basis bereits stimmt
Fazit:
Abnehmen wird nicht einfacher, wenn Du nur härter trainierst. Abnehmen wird einfacher, wenn Dein Körper wieder in einen Zustand kommt, in dem er Fett abgeben kann.
Und dafür ist die Mischung entscheidend: Aerob beruhigt und baut Kapazität. Anaerob setzt den Reiz.
Wenn Du willst, schaue ich mir gerne Deine Situation an (Alltag, Stresslevel, Training, Ziel) und wir bauen Dir eine Strategie, die wirklich zu Dir passt, damit Abnehmen zum Kinderspiel wird. Melde Dich dafür HIER
Ist aerobes Training besser zum Abnehmen als HIIT?
Nicht „besser“, aber oft passender, wenn Stress hoch ist. Aerob stabilisiert Regeneration und Appetit. HIIT kann zusätzlich belasten, wenn die Basis fehlt.
Warum stagniert der Fettabbau trotz hartem Training?
Häufig, weil Gesamtstress (Training + Alltag) zu hoch ist. Dann leidet Schlaf, Regeneration und Appetitregulation, Fettabbau wird zäh.
Woran erkenne ich, ob mein Körper zu gestresst ist?
Abendlicher Heisshunger, schlechter Schlaf, innere Unruhe, schwere Beine, Leistungseinbruch und „Wasserziehen“ sind typische Hinweise.






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